2017

Der Reichstag zu Augsburg 1510 und Trier/Köln 1512. 3 Teilbände. Bearbeitet von Reinhard Seyboth (Deutsche Reichstagsakten unter Maximilian I., Bd. 11) München 2017, 2822 S., Ln. geb. EUR 349,00 ISBN 978-3-11-037623-4

Die Edition beinhaltet die Akten zweier Reichsversammlungen im letzten Regierungsjahrzehnt Kaiser Maximilians I., die inhaltlich eng zusammengehören und für die Entwicklungsgeschichte der Institution Reichstag eine bedeutende Rolle spielten. Eines ihrer Hauptthemen war das intensive Bemühen Maximilians, finanzielle und militärische Unterstützung für seinen Krieg gegen Venedig zu erhalten. Dem setzten die Partikulargewalten die Forderung nach mehr Engagement bei der Befriedung zahlreicher interständischer Konflikte entgegen. Wichtige Verhandlungsergebnisse waren die 1512 erlassene neue Reichsordnung sowie eine grundlegende Reform des Reichskammergerichts. Darüber hinaus bietet der Band auch für kirchen-, kultur- und rechthistorische sowie biographische Forschungsansätze reiches Material.

 

Schriftenreihe der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Band 100: Thomas Felix Hartmann: Die Reichstage unter Karl V. Verfahren und Verfahrensentwicklung 1521-1555. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2017. 370 Seiten, geb. EUR 70,00 ISBN 978-3-525-36088-0

Die Reichstage der Zeit Kaiser Karls V. waren Schauplätze wichtiger Ereignisse der deutschen Geschichte: 1521 reiste Martin Luther zum Reichstag nach Worms, um sich vor dem Kaiser für seine Schriften zu rechtfertigen. 1530 legten die Evangelischen dem Kaiser ihr Augsburger Bekenntnis vor. 1555 wurde der Augsburger Religionsfriede geschlossen. Obwohl sich diese Ereignisse großer Bekanntheit erfreuen, weiß man bisher vergleichsweise wenig über die Versammlungsform „Reichstag“. Der Reichstag war gegen Ende des 15. Jahrhunderts aus dem königlichen Hoftag entstanden und bildete im 16. Jahrhundert ein Regelgerüst heraus, das die Reichsversammlungen der folgenden Jahrhunderte prägte. Thomas Felix Hartmann hat das Verfahren der Reichstage untersucht und stellt nicht nur jeden Reichstag von 1521 bis 1555 einzeln vor, sondern stellt auch den typischen Ablauf der Reichstage von der Ladung durch den Kaiser, die Anreise und Einquartierung der Fürsten und Gesandtschaften über die feierliche Eröffnung bis zur Verabschiedung der Beschlüsse und der anschließenden Abreise ausführlich dar. Er geht außerdem der Frage nach, wie sich das Verfahren der Reichstage bildete und veränderte. Besondere Schwerpunkte sind dabei die Entwicklung des Mehrheitsverfahrens und der Versammlungsformen, insbesondere das Ausschusswesen.

Inhaltsverzeichnis und Leseprobe

http://www.v-r.de/de/die_reichstage_unter_karl_v/t-1/1086656/

 

Schriftenreihe der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Band 97: Suse Andresen: In fürstlichem Auftrag. Die gelehrten Räte der Kurfürsten von Brandenburg aus dem Hause Hohenzollern im 15. Jahrhundert. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2017. 655 Seiten, geb. EUR 90,00 ISBN 978-3-525-36089-7

Im Verlauf des 15. Jahrhunderts kommt den gelehrten Beratern bei der Ausübung fürstlicher Herrschaft wachsende Bedeutung zu. Im Mittelpunkt der Arbeit steht das Wirken von 95 Räten (mit ausführlich dokumentierten Biogrammen) in Diensten der brandenburgischen Kurfürsten aus dem Haus Hohenzollern, unter denen Albrecht (Achilles) mit Blick auf sein politisches Gewicht und seine lange Herrschaft herausragt. Die Doppelherrschaft der Hohenzollern in Franken und Brandenburg ermöglicht die Gegenüberstellung zweier Regionen mit kulturellen und gesellschaftlichen Unterschieden, welche die Verfügbarkeit und die Auswahl der Berater beeinflussen. Diese Unterschiede zeigen sich in der räumlichen und sozialen Herkunft der Räte, in den bevorzugten Universitätsorten, Studienrichtungen und Promotionen sowie in der Einbindung der Räte in kirchliche Institutionen. Aus personengeschichtlicher Perspektive werden der Beitrag der Räte am Regierungshandeln und die Möglichkeiten ihrer Teilhabe an der Macht ebenso untersucht wie der Stellenwert des Dienstes für die eigene Karriere. Dabei spielen auch familiäre, landsmannschaftliche und kirchliche Netzwerke eine Rolle. Die Tätigkeiten umfassten Aufgaben in inneren (Verwaltung, Rechtsprechung und Statthalterschaft) wie in äußeren Belangen. Als Gesandte wurden gelehrte Räte sowohl an den markgräflichen Anstrengungen auf Anerkennung unter den Königswählern beteiligt als auch an den Bemühungen um Ausweitung von Kompetenzen und Machtpositionen gegenüber Nachbarn.

Inhaltsverzeichnis und Leseprobe:

http://www.v-r.de/de/in_fuerstlichem_auftrag/t-0/1087247/

 

Quellen zur Geschichte des Deutschen Bundes. Abteilung III: Quellen zur Geschichte des Deutschen Bundes 1850-1866. Band 4: Vom Frankfurter Fürstentag bis zur Auflösung des Deutschen Bundes 1863-1866. Für die Historische Kommission bei der Bayerischen Akjademie der Wissenschaften herausgegeben von Lothar Gall und Andreas Fahrmeir. Bearbeitet von Jürgen Müller. Boston/Berlin: De Gruyter Oldenbourg 2017, CXI und 1153 S., EUR 229,00 ISBN 978-3-11-052790-2

Mit diesem Band wird die Abteilung III des Editionsprojektes "Quellen zur Geschichte des Deutschen Bundes", die den Zeitraum von 1850 bis 1866 umfasst, abgeschlossen. Im Mittelpunkt steht zum einen der Frankfurter Fürstentag von 1863, auf dem ein letzter großer Versuch zu einer umfassenden Bundesreform unternommen wurde. Den zweiten Schwerpunkt bilden die bundespolitischen Auswirkungen des Konflikts um Schleswig-Holstein, der seit 1863 zum politischen Zerfall des Deutschen Bundes und schließlich zu seiner gewaltsamen Zerstörung im Krieg von 1866 führte. Neben den diplomatischen Verhandlungen werden die Debatten in der deutschen Öffentlichkeit durch zahlreiche Quellen dokumentiert. Des Weiteren erschließt der Band durch die Berücksichtigung von mittel- und kleinstaatlichen Stimmen die föderative Vielfalt in der praktischen Bundespolitik. Die Edition geht damit weit über das Bild hinaus, das die bisherigen Quellensammlungen aus einzelstaatlicher Perspektive ergeben.