Aktuelles
Nachruf Johannes Fried
Die HiKo trauert um Johannes Fried (1942–2026)
Am 18. Januar 2026 ist unser langjähriges Mitglied, der Mediävist Johannes Fried, im Alter von 83 Jahren in Heidelberg verstorben. Er prägte die mittelalterliche Geschichtsforschung über Jahrzehnte – als Professor an der Goethe-Universität Frankfurt, als Vorsitzender der Deutschen Kommission für die Bearbeitung der Regesta Imperii, als Mitglied der MGH und HiKo, sowie in zahlreichen weiteren Funktionen.
Mit seinem Werk „Der Weg in die Geschichte. Die Ursprünge Deutschlands bis 1024“ setzte er Maßstäbe weit über die Fachwelt hinaus. Die Historische Kommission verliert mit Johannes Fried einen herausragenden Gelehrten und eine prägende Persönlichkeit.
Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die ihm verbunden sind.
Vgl. die Nachrufe in FAZ und SZ:

Foto: privat

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Neuerscheinungen

Bd.83. Matthias Erzberger (1875–1921) war der umtriebigste und einflußreichste Abgeordnete der…

Bd.83. Matthias Erzberger (1875–1921) war der umtriebigste und einflußreichste Abgeordnete der spätwilhelminischen Epoche. 1905/06 machte er sich einen Namen, als er im Reichstage amtliche Mißstände in den deutschen Kolonien anprangerte. Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges wurde er von der deutschen Regierung zum Leiter der »Zentralstelle für Auslandsdienst« berufen. Über seine zahlreichen Reisen und Besprechungen in den Hauptstädten der Vierbundmächte machte er sich detaillierte Aufzeichnungen. In der NS-Zeit mußten diese Papiere von seinem Nachlaßverwalter vorsorglich dezimiert werden, um sie vor dem Zugriff der Gestapo zu bewahren. Die übriggebliebenen Stücke decken die Weltkriegsjahre ab, brechen aber 1918/19 ab, als Erzberger Mitglied der Reichsregierung wurde. Das Gros der hier vorgelegten Quellen ist bislang unveröffentlicht. Sie belegen zum einen die eminente Rolle der Person Erzbergers, zum andern die Bedeutung der Jahre des Weltkrieges im Allgemeinen.

Bd. 84. Die Korrespondenz zwischen dem Theologen Adolf Harnack und dem Ministerialdirektor Friedrich…

Bd. 84. Die Korrespondenz zwischen dem Theologen Adolf Harnack und dem Ministerialdirektor Friedrich Althoff bietet einmalige Einblicke in die Berufungs-, Kirchen-, Bildungs- und Wissenschaftsorganisation und -politik des wilhelminischen Kaiserreichs. Die Berufung evangelischer Theologen kommt darin ebenso zur Sprache wie Streitfälle innerhalb der evangelischen und katholischen Kirche. Die Korrespondenten tauschen sich außerdem über die von ihnen realisierten Reformen der höheren Jungen- und Mädchenschulen aus. Nicht zuletzt gibt der Briefwechsel Auskunft über die Organisation wissenschaftlicher Verbundprojekte, internationaler Kooperationen zwischen US-amerikanischen und deutschen Wissenschaftlern sowie archäologischer Expeditionen. Die Korrespondenz veranschaulicht so eindrücklich das umfangreiche Netzwerk und den weitreichenden Einfluss des mächtigen Ministerialdirektors Friedrich Althoff und des berühmten Kirchenhistorikers Adolf Harnack.
Neuer Podcast: „Weißer Dress mit braunen Flecken?“. Die Aufarbeitung der NS-Zeit in Biografien von Sportlerinnen und Sportlern. Ein sporthistorisches Gespräch
Sportlerinnen und Sportlern wird Vorbildcharakter auch bei sozialen und ethischen Themen zugeschrieben. Sie sind gesellschaftsprägende Idole. Deshalb werden ihre Biografien verstärkt in NDB-online berücksichtigt. Dabei wird der Fokus nicht auf die sportlichen Leistungen verengt. Es gilt, v. a. Sportlerinnen und Sportler der NS-Zeit, wie die in NDB und NDB-online porträtierten Helene Mayer und Gustav Jaenecke, als gesamte Persönlichkeiten in den Blick zu nehmen, um ihre soziale und politische Haltung quellenbasiert und kritisch abgewogen dazustellen.
Laura Räuber im Gespräch mit Sportjournalist Erik Eggers, Fußballexperte Markwart Herzog und Fachredakteur Stefan Jordan über die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit in den Biografien von Sportlerinnen und Sportlern. Waren diese lange Zeit als weitgehend „unpolitisch“ betrachtet worden, so hat sich das in den letzten Jahren deutlich geändert. Die kritische Beleuchtung der politischen Haltung von Sportlerinnen und Sportlern zum NS-Regime stellt heute eine Herausforderung biografischer Arbeit dar, der sich im besonderen Maße lexikografische Projekte wie NDB-online stellen müssen. Dezember/2025

Gustav Jaenecke, ca. 1930, Quelle: Imago/imagebroker.

Gustav Jaenecke, ca. 1930, Quelle: Imago/imagebroker.

Helene Mayer, 1928, Quelle: Imago/TT.

Helene Mayer, 1928, Quelle: Imago/TT.
Die wissenschaftliche Korrespondenz des Historikers Karl Hegel. Eine digitale historisch-kritische Quellenedition. Bearbeitet von Marion Kreis und Helmut Neuhaus
Die Edition der Briefe von und an Karl Hegel (1813-1901) geht auf von Helmut Neuhaus (Erlangen) initiierte Forschungen anlässlich dessen 100. Todestages 2001 zurück. Wesentliche Impulse erhielt die Erschließung seines wissenschaftlichen Briefwechsels dann durch die Erlanger Dissertation von Marion Kreis „Karl Hegel. Geschichtswissenschaftliche Bedeutung und wissenschaftsgeschichtlicher Standort“ (2012). Ermöglicht wurde das Vorhaben der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (HiKo) schließlich durch eine großzügige DFG-Förderung (2017-2023). Die rein digitale Edition entstand in einer von der Historischen Kommission hierfür angepassten Version des Oxygen XML Editors (Matthias Reinert/Maximilian Schrott).
Zuwahl 2025: Jana Osterkamp und Martina Steber neue Mitglieder der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
Die Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (HiKo) hat am 5. März 2025 Jana Osterkamp und Martina Steber zu ordentlichen Mitgliedern gewählt.
Prof. Dr. Jana Osterkamp, geboren 1977, hat Rechtswissenschaften an der HU Berlin und in Prag studiert. Nach dem juristischen Staatsexamen (mit Prädikat) wurde sie 2007 mit einer rechthistorischen Arbeit bei Michael Stolleis am Frankfurter MPI für europäische Rechtsgeschichte mit der Arbeit „Verfassungsgerichtsbarkeit in der Tschechoslowakei (1920–1939). Verfassungsidee, Demokratieverständnis, Nationalitätenproblem“ (2009) promoviert. Seit 2007 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin des Collegium Carolinum in München und Leiterin einer Emmy Noether Nachwuchsgruppe (DFG) zum Themenfeld ihrer Habilitation, den vielfältigen theoretischen und praktischen Dimensionen des Föderalismus in der Habsburger-monarchie vom Wiener Kongress bis zum Ersten Weltkrieg. Ihre Habilitation trägt den Titel „Vielfalt ordnen. Das föderale Europa der Habsburgermonarchie (Vormärz bis 1918)“ (22022, tschech. 2023, engl. 2025). 2018 bis 2023 leitete sie inhaltlich daran anschließend gemeinsam mit Peter Becker (Wien) die von FWF und DFG geförderte Forschergruppe „Der Schreibtisch des Kaisers“. Nach Lehrstuhlvertretungen 2017/2018 und 2021/2022 an der LMU München ist sie seit April 2023 Professorin für Verflechtungsgeschichte Deutschlands mit dem östlichen Europa und Leiterin des Bukowina-Instituts an der Universität Augsburg;
Prof. Dr. Martina Steber, geboren 1976, hat Geschichte, Germanistik und Katholische Theologie in Augsburg und Cambridge studiert. 2006/2007 wurde sie in Augsburg bei Andreas Wirsching mit der Arbeit „Ethnische Gewissheiten. Die Ordnung des Regionalen im bayerischen Schwaben vom Kaiserreich bis zur NS-Zeit (2010)“ promoviert, die regionale Sinnstiftungsangebote analysiert und weit über das gewählte Beispiel hinausweist. Aus ihrer anschließenden Zeit als Research Fellow am DHI in London ging die Habilitationsschrift „Die Hüter der Begriffe. Politische Sprachen des Konservativen in Großbritannien und der Bundesrepublik Deutschland, 1945-1980“ (2017, engl. 2023) hervor, die der Politik- und Parteiengeschichte sowie methodisch der historischen Semantik gewidmet ist. Nach Lehr-stuhlvertretungen in Augsburg, Konstanz und Wuppertal sowie einer Zeit als Stellv. Leiterin der Forschungsabteilung München des Institut für Zeitgeschichte ist sie dort seit 2022 Stellvertretende Direktorin und zugleich Professorin für Neueste Geschichte an der Universität Augsburg.
Jahresbericht 2024
Der Jahresbericht 2024 ist erschienen.


NDB-online
Es gibt jetzt einen unmittelbaren Zugang zu den mittlerweile knapp 500 Artikeln im neuen Artikelformat (u.a. mit Timeline, Fotos und Onlineressourcen) über eine separate "Kachel" auf der Startseite der "Deutschen Biographie".

Screenshot. www.deutsche-biographie.de/ndbonline

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