Forschungsprojekt: Geschichte der Ministerpräsidentenkonferenz

Sitzung der Ministerpräsidentenkonferenz am 8.2.1968 in der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen in…

Sitzung der Ministerpräsidentenkonferenz am 8.2.1968 in der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen in Bonn, links sitzend Ministerpräsident Alfons Goppel, Bayern (Foto Bundesarchiv, B 145 Bild F026353-0004/Fotograf Detlef Gräfingholt).
Veranstaltung 19.11.2026, 18.00 Uhr: Die Nebenregierung. Eine Geschichte der Ministerpräsidentenkonferenz
Buchpräsentation & Podiumsdiskussion
Ariane Leendertz diskutiert ihre Studie auf dem Podium mit Martin Große Hüttmann (Tübingen), Ursula Münch (Tutzing) und Kiran Klaus Patel (München); Moderation Michael Bastian Weiß (München).
Veranstaltungsort: Historisches Kolleg, Kaulbachstr. 15, 80539
Anmeldungen bis zum 16.11.2026 unter: veranstaltung@hk.badw.de
Einlass ist ab 17.30 Uhr bis maximal zum Veranstaltungsbeginn. Die Zahl der Sitzplätze ist begrenzt. Der Zugang zum Haus ist nicht barrierefrei.
Die Veranstaltung wird mit Fotos dokumentiert. Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich mit deren Nutzung im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Historischen Kommission einverstanden.
Neuerscheinung

Die Nebenregierung. Eine Geschichte der Ministerpräsidentenkonferenz. Ariane Leendertz, Hamburger…

Die Nebenregierung. Eine Geschichte der Ministerpräsidentenkonferenz. Ariane Leendertz, Hamburger Edition, Hamburg 2026, 504 Seiten, gebunden mit SU, 14 Abb, EUR 40,00, ISBN 978-3-98722-010-4
In der Hochphase der Coronakrise stand die Ministerpräsidentenkonferenz urplötzlich im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. In kurzen Abständen trafen sich die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten untereinander und mit der Bundeskanzlerin, um sich auf immer weitere Maßnahmen des Infektionsschutzes zu einigen. Doch das war keine neue Form der Zusammenarbeit. Die Ministerpräsidentenkonferenz existiert seit 1954. Bereits in den 1960er Jahren wurde sie zu einem zentralen Akteur der nationalen Politik. Trotzdem lag sie bislang im toten Winkel der Forschung. Dieses Buch ändert das.
Ariane Leendertz zeichnet nach, wie die Ministerpräsidentenkonferenz zu einem mächtigen politischen Akteur aufstieg und zu einem zentralen Knotenpunkt politischer Entscheidungen und Verhandlungen in der Bundesrepublik wurde. Die MPK trug maßgeblich dazu bei, dass in Deutschland ein hochgradig verflochtener Bundesstaat entstand, in dem die vielen Akteure zur Kooperation verdammt waren. Auch der entscheidungsfreudigste Kanzler konnte hier nicht einfach durchregieren. Als Institution verkörpert die MPK bis heute eine politische Kultur, in der die Suche nach Konsens, Kompromissen und nach bundeseinheitlichen Regelungen einen äußerst hohen Stellenwert haben.
Arbeits- und Interessenschwerpunkte
- Deutsche, US-amerikanische und europäische Geschichte des langen 20. Jahrhunderts
- Ideen-, Wissenschafts- und Politikgeschichte
- Internationale Geschichte
- Föderalismusgeschichte
- Neoliberalismus
- Interdisziplinäre Perspektiven
- Gegenwartsgeschichte
Kurzvita
seit 10/2025 Assoziierte Wissenschaftlerin bei der Historischen Kommission und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Zeitgeschichte München
2020-2025 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, München
2022-2023 Vertretung der Professur für Neuere und Neueste Geschichte, LMU München
2018-2019 Junior Fellow, Historisches Kolleg, München
2014-2019 Forschungsgruppenleiterin, Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Köln
2013-2018 Lehrbeauftragte, Historisches Institut, Universität zu Köln
2012-2014 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Köln
2010 Gastwissenschaftlerin, German Historical Institute, Washington DC
2009-2010 Gastwissenschaftlerin, Department of History, Princeton University
2008-2011 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Amerika-Institut, LMU München
2003-2006 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Seminar für Zeitgeschichte, Universität Tübingen
2021 Habilitation und Venia Legendi für Neuere und Neueste Geschichte, Universität zu Köln
2006 Dr. phil. (summa cum laude), Universität Tübingen
2002 M.A. (sehr gut), Universität Tübingen
1996-2002 Studium der Neueren Geschichte und Romanischen Philologie in Tübingen und Florenz
Monographien
Die Nebenregierung. Eine Geschichte der Ministerpräsidentenkonferenz. (Hamburg: Hamburger Edition, 2026)
Der erschöpfte Staat. Eine andere Geschichte des Neoliberalismus (Hamburg: Hamburger Edition, 2022).
Die pragmatische Wende. Die Max-Planck-Gesellschaft und die Sozialwissenschaften 1975 – 1985 (Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2010).
Ordnung schaffen. Deutsche Raumplanung im 20. Jahrhundert (Göttingen: Wallstein Verlag, 2008).
Herausgeberschaften
Ordnung und Fragilität des Sozialen. Renate Mayntz im Gespräch (mit Uwe Schimank) (Frankfurt a.M.: Campus, 2019).
Die neue Wirklichkeit. Semantische Neuvermessungen und Politik seit den 1970er Jahren (mit Wencke Meteling) (Frankfurt a.M.: Campus, 2016).
Aufsätze in Fachzeitschriften
Regieren jenseits der politischen Öffentlichkeit. Die Parallelarena der Exekutiven im deutschen demokratischen Bundesstaat, in: Archiv für Sozialgeschichte, 65. Band (2025), S. 179-211.
Außenpolitik nach dem Strukturbruch. Das 1980s Project und die Grundlegung der Global Governance, in: Geschichte und Gesellschaft 49:3 (2023), S. 434-463.
Verbundföderalismus schlägt Wettbewerbsföderalismus. Vom Scheitern neoliberaler Reformen im vereinten Deutschland, in: Jahrbuch Deutsche Einheit 3 (2022), S. 91-113.
Zersetzung von innen: Ronald Reagan und die Zerstörung staatlicher Institutionen, in: Mittelweg 36 31:3 (2022), S. 63-87.
Die Macht des Wettbewerbs: Die Max-Planck-Gesellschaft und die Ökonomisierung der Wissenschaft seit den 1990er Jahren, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 70:2 (2022), S. 235-271.
Ideen und Institutionen im Wandel von Staatlichkeit: Theoretische und empirische Zugänge in zeithistorischer Perspektive, in: Der Staat 60:4 (2021), S. 653-675.
A View From Abroad: Post-1968 U.S. History, the End of the New Deal Order, and Neoliberalism, in: Reviews in American History 49:4 (2021), S. 633-648.
Wettbewerbsorientierung und Flexibilisierung in der Wissenschaft. Eine gegenwarts-geschichtliche Perspektive, in: Merkur 75 (Sept. 2021), S. 43-54.
Amerikanische Policy-Forschung, Komplexität und die Krise des Regierens: Zur gesellschaftlichen Einbettung sozialwissenschaftlicher Begriffsbildung, in: Berichte zur Wissenschaftsgeschichte 42:1 (2019), S. 43-63.
Zeitbögen, Neoliberalismus und das Ende des Westens, oder: Wie kann man die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts schreiben?, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 65:2 (2017), S. 191-217.
Medialisierung der Wissenschaft: Die öffentliche Kommunikation der Max-Planck-Gesellschaft und der Fall Starnberg (1969-1981), in: Geschichte und Gesellschaft 40:4 (2014), S. 555-590.
Ungunst des Augenblicks. Das MPI zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg, in: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft 3:1 (2014), S. 105-116.
»Finalisierung der Wissenschaft«: Wissenschaftstheorie in den politischen Deutungskämpfen der Bonner Republik, in: Mittelweg 36 22:4 (2013), S. 93-121.
Vom Anfang und Ende einer wissenschaftlich-administrativen Mission: Nationalstaatliche Raumordnungspolitik in Deutschland 1935 bis 1975, in: Archiv für Sozialgeschichte 50 (2010), S. 69-107.
Aufsätze in Sammelbänden
Die Ministerpräsidentenkonferenz als Selbstbehauptungsorgan der Länder und bundespolitischer Akteur, in: Andreas Wirsching / Lars Lehmann (Hg.), Nationalstaat und Föderalismus. Zum Wandel deutscher Staatlichkeit seit 1871 (Frankfurt / New York: Campus, 2024), S. 191-213.
Toward a new diplomatic history of transatlantic relations: America, Europe, and the crises of the 1970s, in: Susanne Lachenicht / Charlotte Lerg / Michael Kimmage (Hg.), The Transatlantic Reconsidered: The Atlantic world in crisis (Manchester: Manchester UP, 2018), S. 120-138.
Bezeichnungsrevolutionen, Bedeutungsverschiebungen und Politik: Zur Einleitung (mit Wencke Meteling), in: Ariane Leendertz / Wencke Meteling (Hg.), Die neue Wirklichkeit. Semantische Neuvermessungen und Politik seit den 1970er Jahren (Frankfurt a.M.: Campus, 2016), S. 9-29.
Das Komplexitätssyndrom. Gesellschaftliche Komplexität als intellektuelle und politische Herausforderung, in: Ariane Leendertz / Wencke Meteling (Hg.), Die neue Wirklichkeit. Semantische Neuvermessungen und Politik seit den 1970er Jahren (Frankfurt a.M.: Campus, 2016), S. 89-127. [gekürzte Fassung des gleichnamigen DP]
Ein gescheitertes Experiment. Carl Friedrich von Weizsäcker, Jürgen Habermas und die Max-Planck-Gesellschaft, in: Klaus Hentschel / Dieter Hoffmann (Hg.), Carl Friedrich von Weizsäcker – Physik, Philosophie, Friedensforschung (Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2014), S. 243-262.
Die Politik der Entpolitisierung. Die Max-Planck-Gesellschaft und die Sozialwissenschaften in Starnberg und Köln, in: Dieter Hoffmann / Birgit Kolboske / Jürgen Renn (Hg.), »Dem Anwenden muss das Erkennen vorausgehen«. Auf dem Weg zu einer Geschichte der Kaiser-Wilhelm-/Max-Planck-Gesellschaft (Berlin: Edition Open Access, 2014), S. 261-280.
Interdependenz, Krisenbewusstsein und der Beginn eines neuen Zeitalters. Die USA und die Neuverortung der transatlantischen Beziehungen in den 1970er Jahren, in: Frank Bösch / Peter Hoeres (Hg.), Außenpolitik im Medienzeitalter. Vom späten 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart (Göttingen: Wallstein, 2013), S. 232-250.
Experten – Dynamiken zwischen Wissenschaft und Politik, in: Christiane Reinecke / Thomas Mergel (Hg.), Das Soziale ordnen. Sozialwissenschaften und gesellschaftliche Ungleichheit im 20. Jahrhundert (Frankfurt a.M.: Campus, 2012), S. 337-369.
Ordnung, Ausgleich, Harmonie. Koordinaten raumplanerischen Denkens in Deutschland 1920 bis 1970, in: Thomas Etzemüller (Hg.), Die Ordnung der Moderne. Social engineering im 20. Jahrhundert (Bielefeld: transcript Verlag, 2009), S. 129-150.
Raumforschung, Raumplanung und NS-Vergangenheit. Forschungsstand, Deutungen, Kontinuitäten, in: Heinrich Mäding / Wendelin Strubelt (Hg.), Vom Dritten Reich zur Bundesrepublik. Beiträge einer Tagung zur Geschichte von Raumforschung und Raumplanung (Hannover: Akademie für Raumforschung und Landesplanung, 2009), S. 21-38.
Der Gedanke des Ausgleichs und die Ursprünge des Leitbildes der ‚gleichwertigen Lebensbedingungen’, in: Heinrich Mäding / Wendelin Strubelt (Hg.), Vom Dritten Reich zur Bundesrepublik. Beiträge einer Tagung zur Geschichte von Raumforschung und Raumplanung (Hannover: Akademie für Raumforschung und Landesplanung, 2009), S. 210-225.
Discussion Papers und Online-Publikationen
Wissenschaftler auf Zeit. Die Durchsetzung der Personalpolitik der Befristung in der Max-Planck-Gesellschaft seit den 1970er Jahren. MPIfG Discussion Paper 20/15 (2020).
US-Außenminister John Kerry und der Krieg. Essay über biographische Kontinuität und amerikanische Politik, in: Zeitgeschichte online (Mai 2016 – Jan. 2017)
Teil 1: John Kerry und der 22. April 1971.
Teil 2: Kriegserfahrung und politisches Handeln 1985 – 2002.
Teil 3: Präsidentschaftskandidat und Chefdiplomat der USA 2002 – 2017.
Das Komplexitätssyndrom: Gesellschaftliche Komplexität als intellektuelle und politische Herausforderung in den 1970er Jahren. MPIfG Discussion Paper 15/7 (2015).
Schlagwort, Prognostik oder Utopie? Daniel Bell über Wissen und Politik in der „postindustriellen Gesellschaft“, in: Zeithistorische Forschungen / Studies in Contemporary History 9:1 (2012), S. 161-167.
Der Generalplan Ost vom Juni 1942, in: 100(0) Schlüsseldokumente zur deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert.